Bei Kopf-, Nacken-, Schulter- oder Rückenschmerzen könnte unter Umständen der Zahnarzt helfen.

Diese verblüffende Erkenntnis vermittelte eine Frau vom Fach den Besuchern des jüngsten Clubabends im gut gefüllten Vortragszimmer des Haus Hünenburg in Baden.

Nicht um Politik und Wirtschaft ging es dieses Mal. Dr. Stefanie Mauer hatte ihren Vortrag mit „Warum so verbissen?“ betitelt. Unterstützt wurde die Badener Zahnärztin vom Bremer Zahntechniker und „Lloyd-Dental“-Geschäftsführer Gerd Kruse.

Die Zuhörer folgten interessiert den verständlich-unterhaltsam gestalteten Ausführungen. Manch einer überprüfte insgeheim, wie gut seine Zähne denn noch aufeinander passen. Foto: Laue

Zähneknirschen, weitreichende Folgen und mögliche Abhilfen waren das Thema.

Nicht nur wegen schlecht angepasstem Zahnersatz oder Zahn-Fehlstellungen, sondern auch aus berufsbedingtem oder privatem Stress mahlten manche Menschen im Schlaf oder sogar tagsüber heftig mit den Zähnen. Wenn die dadurch beschädigt oder sozusagen abgeschabt werden, entsteht eine Lücke zwischen oberen und unteren Zahnreihen. Um den Zwischenraum beim Kauen zu schließen, müssen verstärkt die Kiefermuskeln beansprucht werden. Das geht aber nur eine Zeitlang gut.
Wird der Kauapparat weiter überstrapaziert, breiten sich wie beim Muskelkater Schmerzen aus – bis hin in die mit dem Kiefersystem verbundene Nacken- und Rückenpartie. Diese Schmerzen können immens sein. Mittels einer Beißschiene aus Kunststoff für die Zahnreihen ist die „craniomandibuläre Dysfunktion“(CMD) zu stoppen.
Allerdings müssten Kiefer und Gebiss vor Einsetzen der Schiene genau vermessen werden, „sonst ist das Mumpitz“, so Zahnärztin Mauer. Beim Vermessen arbeitet ihre Praxis eng mit Zahntechniker Kruse zusammen.

Funktionsstörungen des Kausystems

habe fast jeder Zweite, machte die auf CMD spezialisierte Referentin noch deutlich. Frauen seien deutlich häufiger betroffen als Männer. Auch falsche, verspannte Haltung etwa am Arbeitsplatz könne zu den Problemen beitragen. Daher empfahl die Zahnärztin, im Arbeitsalltag Lockerungsübungen einzubauen und den Kiefer zu entspannen. Auch Yoga sei hilfreich.

Günter Treichel als Vorsitzender des Hünenburg-Vereins dankte der Referentin mit einem Blumenstrauß. Anschließend forderte er alle Besucher auf, ihren Kauapparat beim bayerischen Leberkäs-Mahl in Bewegung zu setzen, das unten im Haus schon zubereitet war.

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